ökologischer Nutzen Trockenmauer

ökologischer Nutzen Trockenmauer

 

Trockenmauer Sandstein pastell

siehe Video hier

Die Trockenmauer stellt einen großen biologischen Nutzen
dar. Der wichtigste Grund ist der, dass kleinere Tiere wie
zum Beispiel Eidechsen, Salamander und andere Echsen Winter
wie Sommer einen Unterschlupf finden. Im Sommer wärmen
sich die Steine durch die Sonne und die Luft auf und geben
diese gespeicherte  Wärme nach und nach ab, bis in den
Winter. 

Hummel

Zu den Tieren, die an Trockenmauern angetroffen werdenkönnen gehören u.a. verschiedene Bienenarten, wie z.B. Pelz-, Furchen- und Seidenbienen sowie diverse Wespenarten wie z.B. Töpferwespen, Wegwespen, Grab- und Goldwespen. Nebenbei bewohnen Käfer, Schnecken und viele Insekten, manche Kröten, Eidechsen und einige Schmetterlingsarten diesen Bereich oder nutzen diesen Bereich, um auf Nahrungssuche zu gehen.
Wer großes Glück hat, kann auch einmal eine Schlingnatter dort ertappen.
Selbst diverse Vögel, wie z.B. Steinschmätzer, Hausrotschwanz, Wendehals nutzen diesen Lebensraum.

Smaragdeidechse

Da die Zwischenräume der Trockenmauer mit Sand u.ä.
aufgefüllt werden können dort die Eidechsen und
ähnliche Kleintiere ihre Eier ablegen und dort Winterstarre
halten. Man könnte überlegen, ob man es mit Kletterpflanzen
begrünt. Dies hätte noch den Vorteil einer Kühlung
bzw. "Klimaanlage" im Sommer. Außerdem würden
die Kletterpflanzen nach einer gewissen Zeit die Trockenmauer
umschließen.
Trockenmauern sind für viele Tiere wichtige Lebensräume,
die heute leider oft durch Betonmauern ersetzt werden. Gerade
Eidechsen und Schlangen lieben Trockenmauern, da sie sich
rasch erwärmen, gute Schlupfwinkel bieten und oft auch
das Futter an und in der gleichen Mauer lebt. Für Reptilien
ist es wichtig, dass die Mauer genügend Spalten hat in
denen sich die Tiere sonnen, bei Gefahr aber auch rasch verkriechen
können. Deshalb sollte hinter der Mauer lockeres Gestein
eingefüllt werden. In diesem Gestein überwintern
die Tiere gerne. Trockenmauern, die zwar äußerlich
gut aussehen, aber mit Beton oder Zement hinterfüllt
sind, können deswegen nur sehr bedingt Lebensraum für
Reptilien sein. 


Damit die Trockenmauer zum vollwertigen Lebensraum für
Reptilien wird, ist es wichtig, dass eine Begrünung des
Mauerfußes entlang der Wege vorgenommen wird. Das Grün
bietet den Tieren einerseits Deckung, andererseits dient es
auch als kleine Sonnenterrassen.
Neben den erwünschten, an sonnenexponierte, trockene
Verhältnisse angepassten Pflanzen könnten sich vor
und über der Mauer auch andere, größere Pflanzen
ansiedeln, die die Mauer zuwuchern und ein ganz anderes Mikroklima
erzeugen. Man kann dem entgegenwirken, indem man in der Mauerkrone
Sand in die Hohlräume zwischen den Steinen füllt
und den Boden vor der Mauer mit Sand ausmagert.         


Eine kleine Eidechsenkolonie in der Trockenmauer ist natürlich
der Wunsch jeden Naturfreundes - aber nicht überall kommen
diese Reptilien vor. Dass man sich die Tiere nicht anderswo
"besorgt" und dann im Garten aussetzt, versteht
sich für einen Naturschützer von selbst. Außerdem
wird er bald feststellen, dass auch viele andere Tiere für
dieses Kleinbiotop dankbar sind: Tausendfüßler,
Spinnen, Hummeln, Kröten etc. Leider werden wechselwarme
Tiere wie Eidechsen besonders in den kühlen Morgen- und
Abendstunden, wenn sie ihre optimale "Betriebstemperatur"
noch nicht oder nicht mehr haben, leichte Beute von Hauskatzen.
Mit einem groben Maschendraht über der Mauer lassen sich
aber unnötige Verluste leicht verhüten.
Lässt man beim Bau der Mauer größere Lücken
frei , so könnten hier sogar größere
Tiere, wie z.B. Steinmarder oder Wiesel Einschlupflöcher
finden. Die Mauer wird von den Tieren aber nicht nur als Wohnort
genutzt, sondern auch als Jagdrevier und neben Tieren und
den auffälligen Pflanzen, die man aus Steingärten
kennt, siedeln sich auf den Steinen auch gerne Moose und Flechten
an. Auf jeden Fall wird man an seiner Trockenmauer viele schöne
Beobachtungen machen können und sicher auch die ein oder
andere Überraschung erleben.